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Kräuterspirale
Eine Kräuterspirale sieht nicht nur gut aus: Sondern die Idee dazu entspringt
den Überlegungen, auf engem Raum unterschiedliche Bedingungen zu schaffen,
in denen viele Kräuter einen artgerechten Standort - von der trockenen warmen Spitze
bis zum Teich - finden. Dadurch lassen sich die höchsten Gehalte an Wertstoffen
erzielen und auch der Pflegeaufwand bleibt unter optimalen Umständen gering.
Oberste Regel für den Standort ist ein sonniges Plätzchen. Auf dem Gipfel des künstlichen
Hügels und auf den Steinen darum herum wird dann besonders viel Wärme gespeichert. Hinter
dem Hügel und den hochwachsenden Arten wiederum entstehen schattige, kühle Plätzchen. Auch
bei den Substraten lässt sich eine breite Palette erzielen: Vom durchlässigen, kalkhaltigen
Sand - Untergrund am Gipfel, über den eher durchschnittlich humosen Gartenboden der
Mittelzone bis hin zu den feuchten Böden, gibt es alles was ich Pflanzen wünschen können.
Eine Kräuterspirale könnte wie folgt von oben nach unten aufgebaut sein:
Spiralengipfel:
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Lavendel, Rosmarin, Thymian, Salbei, Bergbohnenkraut, Ysop
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Übergangszone:
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Basilikum, Majoran, Oregano, Schafgarbe, Johanniskraut
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Mittelzone:
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Schnittlauch, Pimpinelle, Sauerampfer, Bohnenkraut, Zitronenmelisse,
Estragon, Dill, Kümmel, Koriander, Liebstöckel, Gewürzfenchel,
Weinraute, Kamille, Ringelblume, Borretsch, Kapuzinerkresse
im Halbschatten: Petersilie, Kerbel, Kresse, Frauenmantel
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Feuchtzone
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verschieden Minzenarten, Huflattich
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Wasserzone:
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Brunnenkresse, Kalmus, Fieberklee, Wasserminze
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Übergroße Stauden besser außerhalb der Spirale pflanzen:
Baldrian, Beifuß, Beinwell, Meerrettich, Wermut.
Fachgerecht Ernten
Das Ziel jedes Nutzpflanzenanbaus ist die Ernte. Aber einfach in den Garten gehen und die
Pflanzen abschneiden, damit ist es nicht getan - schon gar nicht bei Kräutern.
Um möglichst viel von diesen Empfindsamen Primadonnen zu haben, um ihr Aroma und ihren
wertvollen Inhaltsstoffe so gut wie möglich zu erhalten, muss man einiges wissen.
Das man die Pflanzenteile kennt, die jeweils für den vorgesehenen Zweck verwendbar sind,
ist das mindeste. Erntet man die Blätter, die Blüten, die ausgereiften Samen oder das
ganze oberirdische Kraut, oder muss man gar die Wurzeln ausgraben? In den meisten Fällen
haben wir Blattkräuter vor uns, dies sollte man aber genau in den einzelnen
Pflanzenporträts nachlesen (Samentüte, Bücher, Internet...)
Der richtige Erntezeitpunkt:
Die Ernte wird möglichst zu Zeiten vorgenommen, an denen die meisten wertvollen
Inhaltsstoffe vorhanden sind. Dies ist stark abhängig vom Standort als auch vom
Witterungsverlauf. Letzteres können wir nicht beeinflussen, dagegen können wir
uns beim günstigsten Erntetermin an altbewährte Regeln halten:
Zum Beispiel kann als gesichert gelten, dass im Stadium vor oder
zu Beginn der Blüte die höchsten Gehalte zu messen sind.
Innerhalb des Tagesrythmus gilt selbiges für die Mittagszeit,
zumindest wurde dies für die ätherischen Öle festgestellt.
Nach einigen sonnigen Tagen entstehen mehr Wertstoffe
als nach einer Regen-periode.
Die Kräuter sollten weder feucht vom Regen oder Tau, noch schlapp von der Mittagssonne sein.
Der Kompromiss für die optimale Erntezeit liegt deshalb am späten Vormittag eines
sonnigen Tages, nach dem der erste Morgentau bereits abgetrocknet ist, im Anschluss
an einen sonnigen Tag.
Verarbeiten und Konservieren
Da es sich hier um ein sehr komplexes Thema handelt, stellen wir nur eine Übersicht
der einzelnen Möglichkeiten vor. Bitte beachten Sie, dass es von Kraut zu Kraut hier
unterschiede gibt, die aus Pflanzenporträts ersichtlich sind.
Folgende Möglichkeiten stehen zur Auswahl:
Trocknen
Einfrieren
Einlegen in Essig oder Öl
Kräutersalze herstellen
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